Articles with Eric Clapton

Die neue Virklichkeit (20)

1977 wars, als in Trenchtown, dem Elendsviertel der jamaicanischen Hauptstadt Kingston, ein 32-jähriger Mann namens Robert Nesta Marley folgende Zeilen notierte:

„There’s a natural mystic
Blowing through the air
If you listen carefully now you will hear
This could be the first trumpet
Might as well be the last
Many more will have to suffer
Many more will have to die
Don’t ask me why
Things are not the way they used to be
I won’t tell no lie
One and all got to face reality now.“

Er konnte nicht ahnen, dass er damit beschrieb, wie 43 Jahre später ein Mysterium namens „Covid-19“ das Leben rund um den Erdball erhudle würde.

Wobei: „Nicht ahnen“?

Robert Marley hat das mehr als nur geahnt: Bob, wie ihn alle nannten, hats gewusst.

Den Mächtigen, die von ihren 5G-Masten aus jeden unserer Schritte mit UV-Feldstechern kontrollieren, wird die folgende Enthüllung ganz und gar nicht in den Kram passen; immerhin läuft grad exakt alles so, wie von ihnen geplant, aber tant pis.

„Freedom’s just another word for nothing left to lose“, proklamierte Janis Joplin, und nachdem das freie Denken, zumindest offiziell, immer noch erlaubt ist (tatsächlich sind die Geheimgefängnisse, die der MI5, der CIA und das Eff-Bii-Ei im rumänischen Hinterland betreiben, bis unter die Decken mit Freidenkern belegt), ist jetzt ein so guter Zeitpunkt wie vielleicht schon bald nie mehr, um die Fakten mit einer ans Pingelige grenzenden Stringenz auf den Tisch zu legen.

Wenn Bob Marley 1977 wusste, dass 2020 „many more will have to suffer“ und „many more will have to die“, muss er Quellen gehabt haben. Diese sprudelten in Washington D.C., London und Kingston, und zwar weit oben.

Präsident der Vereinigten Staaten war 1977 Jimmy „Erdnuss“ Carter. Einige Jahre vor ihm hatte dieses Amt John F. Kennedy inne. Es kann also davon ausgegangen werden, dass Kennedy Carter zumindest ein Begriff war. Und dass Carter als Nachnachnachfolger freien Zugang zu den Akten seines Vorvorvorgängers hatte und folglich über jeden Schritt, den Kennedy als Commander in Chief je tat, im Bilde gewesen sein dürfte.

John F. Kennedy war 1962 unter anderem damit beschäftigt, die Kuba-Krise zu bewältigen. Ausgelöst wurde diese durch die USA und die damalige Sowjetunion, die sogenannte UdSSR. Mit einem unsichtbaren und lautlosen Virus hätten beide Seiten die Auseinandersetzung ohne viel Aufhebens statt mit einem Atomkrieg beenden können.

Russland spielte bei der Entwicklung der Populärmusik des 20. Jahrhunderts eine Rolle, der nicht genug Gewicht beigemessen werden könnte, aber aus Gründen nie beigemessen wird. Wenn es die UdSSR schon 1962 nicht mehr gegeben hätte, wäre es den Beatles 1968 unmöglich gewesen, „Back in the U.S.S.R“ zu komponieren.

Sie wären also mit einem unvollständigen Weissen Album unter dem Arm über den Fussgängerstreifen an der Abbey Road zu ihrer Plattenfirma marschiert, und dort hätten die Chefs mit stiff upper lips gefragt, obs überhaupt noch gehe, mit einer so halbgaren Scheibe hier anzutanzen, und don’t call us, we call you und have a nice day, Tschentlmn.

Ob Bob ohne die Beatles yeah je auf die Idee gekommen wäre, sich vom Hanfanbau ab- und der Musik zuzuwenden, ist gemäss Experten, die allesamt verstorben sind und als Analphabeten nichts Schriftliches hinterliessen, umstritten.

Fest steht: Eric Clapton, ein anderer grosser Sohn Grossbritanniens, erwähnt die Beatles mehr als einmal in seiner Biografie „Mein Leben“. Doch seine Interessen reichten viel weiter (was er im Buch allerdings auffällig beiläufig erwähnt): Kaum hatten Mitarbeiter des Londoner Bauamts die „Clapton is God“-Graffiti in den roaring Sixties fluchend von den Hauswänden geschrubbt, coverte er mit „I shot the sheriff“ einen der grössen Hits von…

…na?…

richtig: Bob Marley.

Der grosse Revoluzzer Marley hatte also sehr direkt mit Amerikas Nato-Verbündetem England, den Vereinigten Staaten plus der UdSSR zu tun. Wieso weigern sich die Mainstreammedien wohl bis heute, darüber zu berichten?

Eben.

Für Bob muss es ein Kinderspiel gewesen sein, sich mithilfe der Beatles oder/und Clapton aus den Slums seiner Heimat in die Downing Street 10 emporzunetworken. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr und Mr Slowhand stand die Türe des Premierministers als von der Queen zu Members of the British Empire geritterschlagene Zeitgenossen ja jederzeit sperrangelweit offen.

Dass Marley sich mit dem britischen Premier kaum nur über Off-Beats und Frisurfragen unterhielt, liegt auf der Hand. Beim Buhlen um die Gunst des Superstars aus der Karibik schreckte der Premier nicht davor zurück, sich bei seinem Gast mit Insiderwissen über die Biowaffen seines Brothers in Arms Jimmy Carter wichtig zu machen. Das bestätigten mündlich Reinigungskräfte indischer Provenienz, welche damals vor, hinter, neben und unter dem Regierungssitz staubsaugten.

Zwei Stunden, bevor sie ihre Aussagen hätten zu Protokoll geben sollen, trieben sie jedoch bauchobsi in der Themse. Auch darüber verlor die Lügenpresse bis heute kein Wort.

Nachdem die US-Streitkräfte auf Geheiss von John F. Kennedy 1962 in letzter Sekunde davon absehen mussten, in Kuba einzumarschieren, stellte sich für sie die Frage „Was jetzt?“

Unvernichteter Dinge in das Home of the Brave zurückzukehren, kam aus präsenzmarkierungstechnischen Gründen nicht in Frage. Wenn sie me nothing, yours nothing, mit den Händen in den Hosentaschen und in eigentlich friedlicher Absicht durch Havanna gebummelt wären, hätten sie innerthalb von Minuten die nukleare Apokalypse ausgelöst.

Die einzige Möglichkeit, noch ein paar Jahre an den Gestaden der Südsee zu verweilen, bot sich ihnen auf Jamaica, wo zu vorgerückter Stunde ein gewisser Bob Marley oft in genau jenen Kneipen jammte, in denen sich hochrangige US-Marines die Kante gaben, nachdem sie ihre Untergebenen zu Bett gebracht hatten.

Und was beredeten die Masters of War wohl mit dem King of Reggae, wenn dieser sich nach Feierabend zu den bis an die Zähne mit Schnellfeuergewehren und Boden-Luftraketen bewaffneten Fremden gesellte, um ihnen die Botschaft von Love&Peace zu verkünden? Das Essen in der Kantine? Die Puff-Tarife? Die richtige Schreibweise von Marhju Marhji Mariuh Kraut?

Chasch dänke. Es ging bei diesen bacardigeschwängerten Gesprächen immer nur um das eine: das Virus SARS-CoV-2, das die US-Regierung in absehbarer Zeit unter Milliarden von Menschen streuen wollte, um die Frage, wer auf dem Globus das Sagen hat, ein für allemal zu beantworten.

Dies berichteten unabhängig voneinander P. Lauderi und L. Aferi bei ihrer Befragung durch einen geheimen Ausschuss des US-Senats. Die zwei Bündner arbeiteten zu jenem Zeitpunkt als Animierboys für Touristinnen in Bars in Kingston. Die entsprechenden Aufzeichungen sind im deutschen Kanzleramt deponiert, gelten aber bis September 2189 als geheime Verschlusssache.

Zugang zu ihnen hat nur Angela Merkel, doch sie ist aus militärisch-wirtschaftlichen Erwägungen zu sehr auf das Wohlwollen ihres Bündnispartners jenseits des Atlantiks angewiesen, um sich auch nur im Traum einen Gedanken daran zu erlauben, die Akten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Spätestens nach jenen Treffen in den schummrigen Kaschemmen von Kingston wusste Bob Marley über die Operation „Corona“ Bescheid. Am 11. Mai 1981 verstarb er, 36-jährig, an Krebs (das steht auf dem Totenschein, den der Arzt – der Cousin eines wegen Korruption längst auf Lebzeiten gesperrten Fifa-Funktionärs aus Südamerika – ausgestellt hatte).

„Natural Mystic“ war Bobs verzweifelter Versuch, die Menschheit vor der Seuchenattacke der USA zu warnen, doch sein Publikum war von der Melodie dermassen verzückt, dass es gar nicht auf die gesungene Botschaft achtete.

Offensichtlich überhörten seine engsten Angehörigen die Hinweise. Kurz nach dem Ableben seines Vaters gab Bobs ältester Sohn Ziggy am 12. August 2019 ein Konzert in Brescia. Die Roadies hatten das Bühnenequipment nach dem Gig noch nicht fertig in den Sattelschleppern verstaut, als die italienische Regierung die Lombardei – zu der Brescia gehört – wegen des Corona-Virus abriegelte.

Ein halbes Jahr später galt auch in der Schweiz: „Many more will have to suffer, many more will have to die.“

Sind noch Fragen?

Der Beweis für das Corona-Komplott: Ungefähr so könnte der Strand in Jamaica ausgesehen haben, nachdem die US-Marines 1962 beinahe auf Kuba gelandet wären.

Im Verborgenen

San Francisco, Los Angeles, San Diego: Nachdem wir die Metropolen an der kalifornischen Westküste hinter uns gelassen haben, sind wir nun in Escondido gelandet.

Bis 2006 kannte Esconcido plusminus kein Mensch, sieht man von den rund 150 000 Leuten ab, die hier, auf 33°7’29“ Nord und 117°4’51“ West, leben. Doch dann setzten Eric Clapton und J.J. Cale dem Städchen mit der CD „The road to Escondido“ ein Denkmal, das ein Jahr später mit einem Grammy als „bestes zeitgenössisches Blues-Album“ vergoldet wurde.

Seither ist Escondido zwar nicht ununterbrochen in aller Munde, aber immerhin: ein bisschen ein Begriff.

Wenn man Bürgermeister Sam Abed glauben darf – eine gewisse Vorsicht ist geboten; schliesslich will er seine 1888 erfundene Stadt ja in einem möglichst schattenfreien Licht präsentieren – handelt es sich bei Escondido um eine „vibrant community with just the right mix of small town friendlyness and big-city buzz“.

„Vibrant“ und „buzz„: Das kann man mit Blick auf die jungen Mexikanerinnen und Mexikaner, die sich im Motelzimmer unten rechts auf dem Bild eingenistet haben, wohl sagen: Morgens um 4.20 Uhr kommt deren Party gerade erst so richtig in Schwung. Allpott fahren neue Gäste vor, um den Raum mit mindestens einer Flasche Hochprozentigem bewaffnet zu stürmen, und ehrlich gesagt täte es mich nicht wundern, wenn der eine Festbruder oder die andere Festschwester sich zwischendurch sogar eine Ladung Haschisch in die Venen schiessen würde.

Openair gehts nicht viel zivilisierter zu und her: Auf dem Vorplatz warfen sich zwei Schwarze soeben mit bis zum Anschlag aufgedrehten Lautsprechern eine halbe Ewigkeit lang „Motherfucker“ und Artverwandtes an den Kopf. Irgendwie gings um einen Job und darum, dass Zeitgenossen ihrer Couleur ohnehin keine Chance hätten, einen solchen zu bekommen.

Andrerseits: Wer sich schon vor Sonnenaufgang so unflätig benimmt, kann natürlich mit noch so guten Zeugnissen und wohlwollendsten Referenzen von Personalbüro zu Personalbüro tingeln, ohne es auch nur einmal bis ins Sekretariat zu schaffen.

Auf Deutsch bedeutet „Escondido“ soviel wie „abgelegen“, „geheim“ oder „verborgen“. Das Management unserer Unterkunft tut alles, um dieser Prämisse gerecht zu werden: Auf der Website des Motels ist eine andere Adresse angegeben als jene, an der es sich tatsächlich befindet.

Das Keuchen, das von aussen in unser Zimmer dringt, braucht also nicht zwingend aus dem Sodomista und Gomorrhista zu kommen, in dem es sich unsere dunkelhäutigen Nachbarinnen und Nachbarn gemütlich gemacht haben. Möglicherweise handelt es sich dabei nur um das erschöpfte Japsen des Navis in unserem Auto.

Gott nimmts gemütlich

Gott nimmts gemütlich

Unknown

Wenn man als Musiker alles erreicht hat. Wenn man niemandem mehr etwas beweisen muss. Wenn einem der Himmel ebenso vertraut ist wie die Hölle. Wenn man soviel Geld hat, dass auch die Grosskinder noch Mühe haben werden, es auszugeben. Wenn man seit über 40 Jahren als Gott bezeichnet wird…was macht man dann?

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Man wartet am Strand mit silikongetunten Extremblondinen auf den finalen Herzinfarkt, nervt die Leute im Pub down the road jeden Tag mit seinen ausgeleierten Geschichten – oder man greift zum Telefon, ruft ein paar Kumpels von früher an und fragt sie, ob sie vielleicht Lust hätten, mit einem ins Studio zu gehen, um chli zu spielen.

Nein, sagt man den ebenfalls längst angegrauten Kollegen, die schon befürchten, das könnte amänd in Arbeit ausarten; es sei nichts Ernstes. Niemand brauche etwas zu komponieren, weil das Rohmaterial bereits vorliege. Ihre Instrumente und viel gute Laune: Mehr bräuchten sie nicht mitzubringen, versichert man den Jungs.

Dann legt man den Hörer zurück auf die Gabel – das Handy, das einem Nachbarn vor zwei Jahren zum 65. Geburtstag geschenkt hatten, damit man daheim nicht versauert, liegt immer noch unbenutzt in einer Wohnwandschublade – und wartet ab, was passiert.

Nach ein paar Wochen klingelts an der Türe. Unter grossem Hallo und Schulterklopfen und You’relookin’fuckin’great! bittet man Paul McCartney, J.J. Cale, Chaka Khan und Steve Winwood herein. Man verputzt gemeinsam eine Gemüseplatte, stösst mit stillem Wasser auf die Glory Days an und steigt schliesslich süüferli die Kellertreppe hinab.

Wenig später sind die Gitarren und Orgeln eingestöpselt und die Mikrofone justiert. Es kann losgehen.

So ungefähr stelle ich mir die Entstehungsgeschichte von „Old Sock“ vor, dem neuen und 20. Studioalbum von Eric Clapton. Ich weiss nicht, ob Mr Slowhand von Anfang an vorgehabt hatte, damit sein Alterswerk zu schaffen. Aber falls das der Plan gewesen sein sollte: Er ist aufgegangen.

Locker und entspannt fidelt sich der Brite durch eine Auswahl seiner Lieblingslieder und zwei neue eigene Stücke („Gotta get over“ und „Every little thing“). Einige der Songs (zum Beispiel „Goodnight Irene“ von Lead Belly) wurden noch vor dem Zweiten Weltkrieg geschrieben, andere (wie das schon von Gary Moore geklaute „Still got the Blues“ aus dem Jahr 1974) sind vergleichseise neueren Datums.

Im Vergleich zu E.C.’s letzten überpolierten und rundumgeschliffenen Werken „Back home“ und „Clapton“ wirkt „Old Sock“ erfrischend roh und erdig und dennoch (oder gerade deshalb) persönlich und streckenweise beinahe intim. Auf den Einsatz von elektronischem Schnickschnack wurde weitgehend verzichtet.

Wer eines jener epischen Gitarrensoli erwartet, mit denen Clapton seine Fans weiland verzückte, wird auf „Old Sock“ enttäuscht. Hier dominiert heimeliger Folk, cooler Jazz, warmer Reggae und traditioneller Blues.

Das einzige Stück, das von Ferne an den Clapton von damals erinnert, ist „Gotta get over“:

Andere würden mit so einem Song eine Weltkarriere begründen. Für Eric Clapton und seine Kumpels ist er nicht mehr – aber auch nicht weniger – als ein Vehikel, auf dem sie bestens gelaunt durch den Herbst ihrer Karrieren tuckern können.

Kurz vor Schluss, als man schon nahe daran ist, das Opus mit dem Präsikat „Perfekt“ zu würdigen, plärrt ein Kinderchor dazwischen, aber was solls. Vermutlich dachten die alten Kämpen, es sei immer noch besser, wenn sich die Kleinen im Aufnahmeraum nützlich machen, statt draussen herumzulärmen und die Seniorenrunde auf ihrem gemütlichen Rundgang durch die Vergangenheit zu stören.

Sonderwünsche haben die Leute

Sonderwünsche haben die Leute

Um das Thema „Extrawürste von Stars auf Tournee“ ranken sich Legenden, seit der erste Musiker mit seiner Gitarre woanders gespielt hat als in seinem Stammpub um die Ecke.

Und wer weiss: Vielleicht mussten schon in finsterster Vorzeit ganze Höhlen neu bemalt werden, wenn im Sommer Omark vorbeikam, um mit dem Aufeinanderschlagen von verschieden grossen Steinen ganze Sippen in Ekstase zu versetzen.

Überhaupt, dieser Omark. Vor dem Auftritt nur Mammut- statt Ziegenmilch; und nach dem Konzert Entrecôte vom Säbelzahntiger statt Huhn vom offenen Feuer. Er war, darin sind sich alle einig, die sich an ihn erinnern, eine grauenhafte Zicke. Aber: Er bot jedesmal eine tolle Show.

Omark selber blieb Zeit seines 14jährigen Lebens auf die ihm eigene Art bescheiden. Es sei ja „only Rock“; mehr habe er nicht, sagte er jedem, unabhängig davon, ob er es hören wollte oder nicht. Und fügte an: „But they like it!“. An guten Tagen schaffte er es, seine  wulstigen Lippen bei diesem Satz so zu schürzen, dass es wirkte, als würde er grinsen; seine halb verfaulten Zahnstummel sah dann nur, wer ganz genau hinschaute. Und hätte nicht eines unschönen Morgens eines seiner Groupies gepetzt: Niemand hätte je erfahren, welch grauenhafter Geruch demselben Mund entströmt, der kurz zuvor noch einen solch zauberhaften Singsang zustande gebracht hatte.

Aber item. Ein paar Jahrtausende später legen die Stars in Sachen „Sonderwünsche“ einen ähnlichen Einfallsreichtum an den Tag wie seinerzeit Omark.

Zu den pflegeleichteren Künstlern gehören die Bluesrocker von AC/DC. Wer sie engagiert, braucht nicht extra eine Mehrzweckhalle zu bauen, nur, weil die Band einen gewissen Wert auf grosse Garderoben legt. Die Australier benötigen hinter der Bühne literweise Mineralwasser, Energiedrinks, Tee plus ein paar Kilo Chips, Nüsschen, Popcorn sowie eine grosse Schale mit Früchten. Sehr wichtig:  Aschenbecher aus Glas. Sehr erstaunlich: Vor dem Auftritt gibts kein Bier.

Auch Gitarrengott Eric Clapton stellt an die Konzertvertanstalter keine unerfüllbaren Ansprüche. Er und seine Band sind zufrieden, wenn sie einen Raum zur Verfügung haben, in dem sie ihren Töggelikasten aufbauen können. Und wenn sichergestellt ist, dass sich die Bläser in einem anderen Zimmer einspielen können als der Rest der Truppe.

 

Ein wenig komplizierter gestaltet sich naturgemäss die Beherbergung von Familienvater Bruce Springsteen. Er legt grossen Wert auf frische Früchte, mag spezielle Mineralwasser und verlangt – was ihm eher hoch anzurechnen als zu verübeln ist – Extra-Mahlzeiten für seine Frau Patti Scialfa und allenfalls mitreisende Kinder.Menge und Art des Bestecks sind dem Boss wichtig: Je zwei Gabeln, ein Messer, plus ein Suppen- und ein Teelöffel – und zwar alles aus Silber – wollen er, bzw. sein Management auf dem Tisch liegen sehen.

Alicia Keys, die ungekrönte Königin des R&B, isst „nur Fische und Gemüse“, wie es in den Spielregeln heisst. Weiter mag sie Kräutertees, Mehrkornsnacks und Honig. Wenn Nüsse, dann ungesalzene. Und wenn Zucker, dann braunen. Um den kulinarischen Wünschen der Dame gerecht zu werden, hat der Veranstalter vorab bei drei „quality restaurants“ Meeresfrüchte-Menüs zu ordern.  Zwingend dazu gehören für Alicia Keys Kerzen. Aber nicht irgendwelche Billigwachszapfen von der Art, wie sie ihre Fans auf die Christbäume stecken: Verlangt werden „French Vanilla, „Rain shower“, „Wild berry“ oder „Tangerine Ginger“.

Wenig überraschend, stellen die Rolling Stones mit ihren XXL-Auftrittsbedingungen alle Branchenkollegen und Mitbewerber in den Schatten: Sie schreiben den Organisatoren nicht nur vor, was für Lampen, Teppiche und Blumen sie in ihren Garderoben haben wollen. Sie lassen auch regeln, welche und wieviele Spiegel wo zu hängen haben, haben genaue Vorstellungen davon, wie oft und wie gründlich geputzt werden muss und bestehen auf Fitnessräumen für jedes einzelne Bandmitglied. Ihre Wunschliste für den Backstage-Bereich umfasst mehrere Seiten. Darin enthalten sind Anliegen, die einem normalen Menschen auch nach längerem Nachdenken nicht in den Sinn kommen würden.

Die – an sich geheimen – „Wunschzettel“ (oder Bestellformulare) der Stars sammelt seit 1997 das Onlineportal „The Smokin‘ Gun“. Auf dieser Seite habe ich die oben erwähnten Beispiele entdeckt.

Und noch viele, viele weitere mehr.