Fuckin‘ fantastisch

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Sie ist, einerseits, „eine Diva mit fast übermenschlicher Stimme„, eine „Königin“ oder „der allerletzte wahre Star„, heimst vom Oscar bis zum Grammy Preise am laufenden Band ein und zählt mit über 100 Millionen verkauften Platten zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart.

Andrerseits: Wenn Adele Laurie Blue Atkins, wie gestern Abend während ihres Konzerts im rappelvollen Zürcher Hallenstadion, einen mit zahllosen „Fuckin’s“ gespickten Schwank aus ihrem Leben erzählt (was sie ziemlich oft tut), wirkt sie wie eine Arbeitskollegin, die beim Feierabendbier ein Glas zuviel erwischt hat.

Dieser Kontrast irritiert ebenso, wie er fasziniert. Sie singt, als ob sie ein Wesen von einem anderen Stern wäre – und scheint die Bodenhaftung trotz des gigantischen Rummels, der rund um den Erdball spätestens seit ihrem sagenhaften Comeback-Album „25“ um sie veranstaltet wird, nicht verloren zu haben.

Adeles Auftritt ist von baffmachender Makellosigkeit. Von „Hello“ – ihrem Über-Hit, mit dem sie den Abend eröffnet – über das atemberaubende „Skyfall“ bis hin zur letzten Zugabe „Rolling in the deep“ sitzt jeder Ton.

Unter einer monumentalen Leinwand begleitet eine blind harmonierende zwanzigköpfige Band mit Gitarristen und Schlagzeugern und Streichern und Bläsern und Backgroundsängerinnen und allem druckvoll, was die Chefin auf der vierzehn mal fünfzig Meter grossen Bühne – sie erinnert entfernt an einen überdimensionierten Schminkspiegel –  in ihrem mit Strass verzierten bodenlangen dunklen Kleid vorträgt.

Kostümwechsel (wie bei Madonna, Lady Gaga und anderen Mitbewerberinnen) gibt es keine. Auch auf aufwändige Choreografien, Feuerwerk und artverwandte Ablenkungsmanöver haben die Showgestalter der Show verzichtet. Dafür gönnen sie den 13 000 Zuschauerinnen und Zuschauern nach einem bombastischen Auftakt im musikalischen XXL-Format eine kurze Atempause mit einem fast schon intim wirkenden akustischen Teil. Wenig später steht Adele mitten in der Halle auf einen kleinen Bühne und lässt sich zu „Set fire to the rain“ verregnen, ohne nass zu werden.

Der Trick passt wunderbar in diesen durch und durch magischen Abend.

Stadtrundgang

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Im Coop: „…und dann hätte ich noch gerne ein paar Abfallgebührenmarken.“
„Die gibts in der Drogerie.“

In der Drogerie: „Ich hätte gerne ein paar Abfallgebührenmarken.“
„Die gibts im Kiosk.“

Im Kiosk: „Ich hätte gerne ein paar Abfallgebührenmarken.“
„Die gibts im Aperto.“

Im Aperto: „Ich hätte gerne ein paar Abfallgebührenmarken.“
„Die gibts im Coop.“

Einfach himmlisch

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In Burgdorf gibt es seit dem Auffahrtsmorgen offensichtlich nur noch ein Fotosujet: Heissluftballone in allen Farben und Formen.

Wer auch immer eine Kamera hat – und wer hat im Zeitalter des Smartphones keine? – richtet sie gegen den blauen Himmel, um die riesengrossen bunten Knollen zu fotografieren und filmen.

Auf den Facebook-Seiten von Menschen, die in und bei Burgdorf leben, häufen sich die Ballonaufnahmen im Viertelstundentakt. Hier ist eine kleine Auswahl:

Dominic Klossner
(Bild: Dominic Klossner)

Sergio Mendes
(Bild: Sergio Mendes)


Yves Aeschbacher

(Bild: Yves Aeschbacher)

Kevin Schneider
(Bild: Kevin Schneider)

Lukas Stalder
(Bilder: Lukas Stalder)

Christine Bähler-Bürki
(
Bild: Christine Bähler-Bürki)

Reto Kirchhofer(Bild: Reto Kirchhofer)

Martin Leuzinger
(
Bild: Martin Leuzinger)

Nathalie Gysel(Bild: Nathalie Gysel)

Anita Nitu Ehnes
(
Bild: Anita Nitu Ehnes)

Pascal Walser
(
Bild: Pascal Walser)

Doris Boesch
(
Bild: Doris Boesch)

Flo Emilia Köhli
(Bild: Flo Emilia Köhli)


Die Welt, denkt man, wenn man zwischendurch mal wieder geradeausguckt und sich den halbsteifen Nacken lockerknetet, wäre vielleicht eine friedlichere, wenn ständig irgendwo Heissluftballon-Schweizermeisterschaften stattfinden würden.

Die Leute würden sich dann vor allem auf all das Schöne konzentrieren, das direkt vor ihnen (f)liegt, statt ständig nach Nadeln in der Suppe und Haaren im Heuhaufen zu suchen.

Alles OK

FullSizeRenderWer die Panama Papers aufmerksam durchgelesen hat, weiss Bescheid. Für die anderen seis hier enthüllt: Der Präsident des Theatervereins Szenerie Burgdorf ist alle zwei Jahre auch OK-Chef der neusten Aufführung.

Das letzte Mal, als ich diese Doppelfunktion auszuüben die Ehre hatte, spielten wir 2014 in einem Landgasthaus „Schiffmann“. Infrastrukturell standen wir damals nicht vor übertrieben grossen Herausforderungen: In der Beiz waren Sitzplätze naturgemäss ebenso schon vorhanden wie getrennte WCs, eine Küche und ein Raum zum Umziehen.

Also konnte ich mich darauf beschränken, die eine und andere Sitzung einzuberufen, die OK-Gspändli hin und wieder zu fragen, wies läuft, und dem Lokalradio ein Wochen im Voraus arrangiertes Spontaninterview zu geben.

Nun, bei „Fäustchen“, ist alles anders. Dieses Stück führen wir – wie schon „Die Franzosenkrankheit“ – im Burgdorfer Siechenhaus auf, und deshalb haben wir damit einen Siech voll zu tun.

Um den potenziell achthundert Gästen ein kulturell-kulinarisches Rundumwohlfühlprogramm bieten zu können, benötigen wir ein grosses Zelt und Ghüderchübel und eine Bar und eine Bühne und eine Tribüne und Wolldecken und Land für die Autos und Apérotischli und einen Parkdienst und jemanden, der nach jeder Vorführung die Toiletten fegt und extern fabrizierte Sandwiches und einen Ofen und eine Kafimaschine und Bewilligungen und Hinweistafeln und einen Fernseher und eine Zapfvorrichtung für das extra für uns gebraute Bier und weiss der Gugger was noch, und bis das alles eingefädelt und verschraubt und angeschlossen ist: Heiterefahne!

Ständig klingelt das Telefon und bimmelts im Mailfach, und immer ist es schampar dringend, und wenns zur Abwechslung einmal nicht so pressiert, wäre der Anrufer oder die Schreibende doch cheibe froh, wenn die Sache wenigstens bis gestern abgehakt werden könnte.

Inzwischen ist das Gröbste zwar erledigt. An einen lockeren Endspurt ist in unserem Gremium trotzdem nicht zu denken, im Gegenteil: Mit frustrierender Hartnäckigkeit kommt jetzt – gerne mitten in der Nacht – die ekligste aller Fragen aus ihrem finsteren Loch gekrochen: Was haben wir vergessen?

„Nichts“, murmelt beruhigend der Verstand. „Ihr macht das ja nicht zum ersten Mal. Und inzwischen habt ihr diesen ‚Fäustchen‘ so oft miteinander durekätschet, dass die Wahrscheinlichkeit, last minute etwas zu vercheiben, gleich Null ist.“

„Das wirst du genau dann sehen, wenn dus brauchen würdest“, höhnt das vor Aufregung laut pochend‘ Herz, und setzt nach „würdest“ für zwei, drei Schläge aus. „Stell dir zum Beispiel vor, es ist Premiere, und alle Gäste stehen erwartungsvoll herum, und in dem Moment, in dem es losgehen soll…“

„…halt die Klappe!“, knurre ich, und versuche, wieder einzuschlafen.

Aber natürlich wird daraus nichts (was allerdings auch mit dem Hund zu tun hat, der draussen dringende Geschäfte erledigen möchte), und selbstverständlich verbringe ich die Zeit bis zum Morgengrauen dann primär damit, sämtliche Abläufe noch einmal bis zum letzten Eventualitätchen durchzugehen.

Nur: Das ganze Daranherumhirnen bringt ja nichts.

Der 4. Mai kommt, unabhängig davon, ob wir an alles gedacht haben, und am Abend dieses Tages, um 19 Uhr, trudeln die Besucherinnen und Besucher beim „Siecheli“ ein, und falls sich dann tatsächlich herausstellen sollte, dass etwas fehlt oder klemmt oder überhaupt nicht funktioniert, dann ist das halt so; dann müssen wir eben chli improvisieren, doch deshalb wird unsere kleine Theaterwelt schon nicht untergehen.

Auch im Leben von „Fäustchen“ lief schliesslich nicht alles wie von ihm gedacht. Auch er konnte, so klug er auch war, unmöglich alles voraussehen und planen, und trotzdem – oder gerade deshalb – entwickelte er sich zu einem überaus gefreuten Zeitgenossen.

Infos und Tickets gibts unter www.szenerie.ch

Nachtrag: Der Aufwand hat sich gelohnt. Die BZ lobt unser neues Stück in den höchsten Tönen.

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Zufälle gibts (oder auch nicht)

Hin und wieder gerät mein Unglaube an Übersinnliches ernsthaft ins Wanken:

Anfang Woche sass ich daheim am Stubentisch und tippte einen Text, der nichts mit Musik zu tun hatte. Im Hintergrund lief, wie eigentlich immer, Radio Argovia Classic Rock, und aus keinem bestimmten Grund fragte ich mich auf einmal, wieso „die Radios“ – wenn überhaupt – eigentlich ständig dieselben zwei, drei Deep Purple-Stücke („Smoke on the water“, „Perfect Strangers“ oder, wenn zu nachtschlafener Stunde noch 10.18 Minuten Sendezeit übrig sind, „Child in time“) spielen; immerhin hat die Band in den letzten 50 Jahren Hunderte von Songs geschrieben, doch auf die Idee, einem breiteren Publikum einmal eine Nummer vorzuführen, die nicht alle Welt kennt – „King of dreams“, zum Beispiel – kommt offenbar niemand.

Keine halbe Stunde später dröhnte Waseliwas aus dem Radio?

Doch das war noch nicht alles an Gspässigem: Ende Woche verschwanden mein Schatz und ich mit dem Hund ins Tessin. Wir fanden unsere Unterkunft nicht auf Anhieb und hielten aus Versehen zuerst beim Hotel Kurhaus in Cademario. Der Mann an der Rezeption wies uns den Weg zu unserer eigentlichen Bleibe. Nachdem wir es uns dort gemütlich gemacht hatten, legte ich mich aufs Bett und begann, das neue „Magazin“ der „Süddeutschen“ zu lesen.

Und welches Hotel wurde darin vorgestellt?

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Spätes Feriensouvenir

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Fix sind sie ja, die Italiener: Nur acht Monate und fünf Tage, nachdem wir auf der Suche nach einem Parkplatz durch Castiglione della Pescaia gekurvt sind, erreichte uns aus der Toscana heute per Einschreiben eine Busse für „unerlaubtes Fahren in Stadtteil mit eingeschränktem Verkehr“.

Wieviel wir für diesen Frevel bezahlen müssen, geht aus der zweisprachig ausgefertigten „Festellung der Übertretung der Strassenverkehrsverordnung“ nicht auf den ersten Blick hervor, und auf den zweiten eigentlich auch nicht: „Wenn die Zahlung innerhalb von 5 Tagen ab Zustellung des Vergehens erfolgt, wird der zu entrichtende Betrag um 30% verringern (d.h. Zahlungsminderung)“, heisst es in dem von Polizeikommandant Dott. Fabio Pieri höchstselbst abgestempelten Dokument mit der Protokollnummer V/11961K/2015.

Und weiter: „Der zu entrichtende Betrag innerhalb von 5 Tagen ab Zustellung beläuft sich auf Euro 56,70 + Euro 17,90 für Verfahrenskosten und Zustellungskosten (Gesamtbetrag Euro 74,60). Innerhalb von 60 Tagen ab Zustellung beläuft sich der ganze Betrag auf Euro 81 + Euro 17,90 für Verfahrenskosten und Zustellungskosten (Gesamtbetrag ohne Zahlungsminderung Euro 98,90). Wenn Sie nach Ablauf der Frist von 60 Tagen die Geldstrafe noch nicht beglichen haben, steigt der Betrag gemäss Art. 203 StVO um Euro 180,90.“

Einsprachemöglichkeiten gebe es im Übrigen so gut wie keine: Die zuständige Behörde halte uns „bis zum Beweis des Gegenteils für verantwortlich“.

Das ist natürlich auch eine Methode, um an das Geld anderer Leute zu kommen: Man schickt ihnen eine Rechnung, die dermassen kompliziert abgefasst ist, dass die Empfänger bis weit über die zahlungsmildernde Frist hinaus mit Entschlüsseln beschäftigt sind.

Die Polizei per Mail zu fragen, was genau wir ihr nun schuldig seien, brächte wenig: Bis wir polizia.municipale@comune.castiglionedellapescaia.gr.it in die Adresszeile getippt haben, ist auch der letzte Discount-Überweisungstermin passato.

E Guete mitenand!

Heute früh, auf dem grossen Bummel der Emme entlang: Der tollste Hund der Welt ist den langmütigsten Ponys zäntume beim Abbau ihrer Rüeblivorräte behilflich.

Wenn wir schon dabei sind (und weil Bilder von unserer Meite immer Klicks bringen wie gstört): hier noch ein paar weitere Schnappschüsse aus ihrem Fotoalbum. Sie zeigen

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Tess beim Schlafen…

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…in den Ferien in Frankreich (Bild: Schatz)…

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…beim Liebgucken…

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…beim Klarmachen, wer zuhause wirklich das Sagen hat…

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…beim Spurenziehen im Schnee…

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…und beim Ausleben ihrer Kreativität.

Wo Burgdorf drauf steht, ist kein Burgdorf drin

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Ein Preis für Stadtgrün Bern, die WIR-Gruppe Bern, die Veranstaltung einer Firma im seeländischen Täuffelen, die Special Olympics in Chur und ein weiterer nach PR müffelnder Text über das „Autoland Schweiz“: Das sind die Schwerpunkte der aktuellen „Burgdorfer Zeitung“, einem Produkt der in Langenthal domizilierten Berner Woche AG, das mit penetranter Regelmässigkeit ungefragt in alle Briefkästen gestopft wird, die nicht rechtzeitig flüchten können.

Burgdorf kommt im Blatt – ausser im Veranstaltungskalenderchen – kein einziges Mal vor.

Hannes allein zu Haus

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Samstag, 19. März 2016: Heute Mittag ist mein Schatz mit Tess für eine Woche in die Ferien verreist. Ich versuche, die leere Zeit mit dem Ausprobieren von hochkomplizierten neuen Rezepten auszufüllen.

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Sonntag, 20. März: „Old habits die hard“, sagt der Australier. Deshalb gehe ich auch dann mehrmals täglich auf einen Bislibummel, wenns gar nichts zu bislen gibt (ämu nicht für den Hund).

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Montag, 21. März: Nachdem ich mutterseelenalleine eine weitere Nacht herumgebracht habe, schlurfe ich auf dem Weg zur Kafimaschine am leeren Hundebettchen vorbei und stelle fest: Auch extrem toughen Typen wie mir sind Längizytigefühle nicht fremd.

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Dienstag, 22. März:
Nachbarin Nicole E. hat die Notlage in der Wohnung nebenan offensichtlich erkannt (habe ich wirklich so laut über die Abwesenheit meiner zwei Meiten gejammert?!?) und vor meiner Türe einen Schoggihasen ausgesetzt. Vielen Dank für den süssen Pfundskerl!

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Mittwoch, 23. März: Schon in aller Herrgottsfrühe beschliesse ich, am fünften einsamen Abend in Serie mit Nick Masons Pinkfloydografie „Inside out“ wieder einmal so richtig die Sau rauszulassen.

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Donnerstag, 24. März: Da hätte man, weil Frau und Hund IMMER NOCH WEG sind, einmal wunderbar Zeit, um mit den Schildkröten im Garten herumzutollen – aber nein: die sind immer noch im Untergrund und warten auf sonnigere Zeiten.


Freitag, 25. März: Wir machen ein bisschen Musik.

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Samstag, 26. März: Mit „Part of me, part of you“ von Glenn Frey in den Ohren durchs Emmental zu flyern: das fägt. Schade ist nur, dass die zwei Parts of me nicht mit von der Partie sind.

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Sonntag, 27. März: Die Wohnung ist gesaugt, das Altpapier liegt im Keller, der Ghüder harrt seiner Abfuhr und die Wäsche rotiert in der Maschine: Wenn mein Lieblingsmensch und der tollste Hund der Welt heute Abend nach Hause zurückkehren, sollen sies so gemütlich haben wie vor ihrer Abreise.

Ich freue mich wie gstört auf die beiden.

 

Fäustchen fliegt aus

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Der kleine Bruder des grossen „Faust“ kommt Burgdorf immer näher: Ab morgen wird der Flyer (siehe Bilder) zur neusten Aufführung der Szenerie Burgdorf in und um Burgdorf verteilt.

Ebenfalls morgen beginnt der Vorverkauf in der Buchhandlung am Kronenplatz (034 422 21 75) und im Tourist Office im „Milano Nord“ (034 402 42 52).

Weitere Infos: www.szenerie.ch

Nachtrag: Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbeginn hängt vor „unserem“ Haus das erste Werbeplakat. Es ist, wie ein Blick an den unteren rechten Bildrand zeigt, schon zu einem beliebten Fotosujet avanciert:

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Wie verext

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Gerade am TV gesehen:

„Habt ihr gewusst? Durch das Internet schwirren jeden Tag 100 Millionen Wörter“, sagt Detective Lennie Briscoe zu seinen staunenden Kollegen in einer 1995 produzierten Folge der US-Krimiserie „Law and Order„.

Heute flutschen pro Monat laut Experten Daten im Umfang von rund 20 Exabytes durch das digitale Netz.

Exabyte? Die kommen gleich nach den Kilobyte, Megabyte, Gigabyte, Terabyte und den Petabyte.

 

 

Ganz easy

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Stephan Eicher war schon da und Hanery Amman auch und Hank Shizzoe und Sina und Les Trois Suisses und Stiller Has und Gustav und einmal sogar eine Bundespräsidentin und so weiter, und so fort. Gestern Abend fügten die Berner „Halunke“ der funkelnden Kette von denkwürdigen Veranstaltungen im Kulturhof Schloss Köniz eine weitere Perle hinzu. Sie tauften in dem heimeligen Lokal vor einem rundum begeisterten Publikum ihre neue CD „Easy“.

Ob handyfilmender Teenager oder andächtig lauschender Oldie: dem Lausebubencharme  der mal tiefgründigen, mal von Romantik durchtränkten und mal auch nur witzigen Songs der Berner Hip-Popper konnte – und wollte natürlich – sich (auch) an diesem Gig niemand entziehen.

Die bestens aufgelegte Band um Komponist, Sänger, Gitarrist, Texter und Produzent Christian Häni spielte sich tiptopp aufeinander abgestimmt durch das Repertoire ihrer vier Alben („Souerei“, „Houston, we are ok“, „Grammophon“ und „Easy“) und zündete mit „Vor Hand ids Muul“, „Me Meer“, „Nidohnidi“, „Gar ke Zyt“ ,“Guatemala“, „100 Millionewatt“, und dem aktuellen Gassenhauser „Schiffbruch“ ein zweistündiges Hitfeuerwerk, das erfreulicherweise nicht einfach im verregneten Nachthimmel verpuffte, sondern von SRF3 auch für all jene konserviert wurde, die in Köniz nicht live mit von der Partie sein konnten; wie zum Beispiel Büne Huber.

Der Kopf von Patent Ochsner hat den Halunke bei „Schiffbruch“ chli unter die Arme gegriffen und damit möglicherweise einen nicht geringen Anteil daran, dass die Single von den Radiostationen landauf und -ab regelmässig gespielt wird.

Huber war mit seiner Hausband gestern anderswo beschäftigt, aber irgendwie…irgendwie fehlte er trotzdem kein bisschen, und das wiederum sagt einiges darüber aus, auf welch hohem Level die Halunke sich mit spielerischer Leichtigkeit – oder eben: ganz easy – inzwischen bewegen.

 

(Nachtrag: Das komplette Konzert kann hier nacherlebt werden.)

 

Gussgenuss

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Nein – das ist kein surea surreall sureli modernes Gemälde und auch nicht das Blutbild eines Greenpeace-Aktivisten. Es handelt sich bloss um die Nahaufnahme des Gusses, den ich neulich über einen Hörnliauflauf gekippt habe. Für Gourmets: er bestand aus dreieinhalb Dezi Halbrahm, drei Eiern, chli Salz, Pfeffer und Muskatnuss und einer Hampfele Schnittlauch.

Das Resultat schmeckte, wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf, ansprechend. Aber so sehr ich mir mit dem Gericht auch Mühe gegeben hatte: so fein wie der Hörnliauflauf von Mamma Mia war meiner bei Weitem nicht.

Die Zeitung mit den supper Themen

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In einer 16 000-Einwohnerstadt wie Burgdorf passieren an ein und demselben Tag manchmal die unterschiedlichsten Dinge, wie die Lokalzeitung „D Region“ in ihrer neusten Ausgabe auf der Frontseite (siehe oben),

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auf der Seite 17 und

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auf Seite 18

eindrücklich belegt.

Znachtruhestörung

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Es war ein wunderschöner Abend in einem heimeligen Lokal (siehe Bild), mit einem fantastischen Essen in überaus netter Gesellschaft, doch in dem Moment, in dem Sonja Guzzanti, die Chefin von „Mediterrane Leckereien“ am Solothurner Landhausquai, den Hauptgang servieren wollte, flog die Türe auf und zack: war die kleine Beiz bis in die hinterste Ecke mit Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern besetzt, die alsbald gar lustig drauflosguugten und schampar originelle Bänke über ihren Stadtpräsidenten und Flüchtlinge schnitzelten, und als die Närrinnen und Narren merkten, dass nicht alle an unserem Tisch ihr Treiben als sooo lustig empfanden wie sie, teilte uns eine der kostümierten Scheesen gehässig mit, wir sollen gefälligst nicht so tun; schliesslich seien wir selber schuld, wenn wir an der Fasnacht in Zivilkleidung unterwegs seien, und dann gings auch schon weiter mit Tschingdärässabumm und allem, aber henu.

Facelifting für „Fäustchen“

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Am 4. Mai feiert „Fäustchen“, das neuste Stück der Szenerie Burgdorf, Premiere. Drei Monate vorher hat Markus Zahno den Online-Auftritt „meines“ Vereins überarbeitet. Das Resultat kann sich mehr als nur sehen lassen: www.szenerie.ch

Falls jemand gerade die Agenda zur Hand hat – hier sind die Aufführungsdaten:

Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr

Freitag, 6. Mai, 20 Uhr
Samstag, 7. Mai, 20 Uhr
Muttertag, 8. Mai, ab 9 Uhr Zmorge
Muttertag, 8. Mai, 11.30 Uhr Theater
Freitag, 13. Mai, 20 Uhr
Samstag, 14. Mai, 20 Uhr
Freitag, 20. Mai, 20 Uhr
Samstag, 21. Mai, 20 Uhr

Reservationen für das Muttertags-Zmorge bitte bis spätestens 1. Mai.
Der Vorverkauf beginnt Mitte März.

Schöner leben

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„Kannst du am Montag?“

„Klar. Wie siehts bei dir am Dienstag aus?“

„Dienstag ist gut. Mittwoch auch, aber am Abend habe ich auswärts eine Sitzung. Dann gehts nicht.“

„Kein Problem. Ich hole sie vorher ab. Am Donnerstag würde ich sowieso…“

„…gut.“

„Ok. Dann du am Freitag?“

„Yup.“

Regelmässig führen mein Schatz und ich Gespräche, die führen zu müssen wir uns noch vor einem halben Jahr nie vorgestellt hatten. Immer, wenns gegen das Wochenende zugeht, zücken wir unsere Kalender, um miteinander die Hundebetreuung zu organisieren.

Seit Tess bei uns eingezogen ist, hat die inzwischen gut siebenmonatige Labradordame unser Leben auf den Kopf gestellt. Auch wenn natürlich wir die Chefs sind sein sollten, bestimmt letztlich doch sie unsere Tagesabläufe: spätestens um 5 Uhr will sie zum ersten Mal geschäftlich raus. Um 6 gibts Zmorge. Wenig später fährt sie mit Chantal ins Büro oder trottet mit mir zum Einkaufen durch die Häuserschluchten von Burgdorf.

Wobei: damit, sie an die Leine zu nehmen und aus dem Haus zu gehen, ist es nicht getan: nur schon bei Kurzausflügen gehören ein paar Säckli zur Beseitigung von Frischverdautem ebenso zur Standardausrüstung wie ein Hämpfeli Gudis. Falls der Ausflug länger dauert, packt der oder die weitsichtige Hütediensthabende zusätzlich einen zähen Lederknochen oder ein wie ein Maimorgen duftendes Stück Dörrpansen plus ein Spielzeug mit ein.

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Sackerl fürs Gackerl, wie der Wiener sagt, können Hundehalter nie zuviele bei sich haben. Sie stecken deshalb in so gut wie jedem unserer Kleidungsstücke. Vor Gericht hätte ich neulich beinahe versehentlich in einen dieser roten Kunststoffbeutel aus der linken Hosentasche geschneuzt statt in eines der vorne rechts verstauten Papiertaschentücher.

Sind wir bei Freunden eingeladen, die bei sich daheim keine Hunde haben können oder wollen, gilt es, beizeiten einen „Baby“sitter zu finden (und bei Tisch auch mal ein Thema anzuschneiden, das die Gastgeber wirklich interessiert; es muss ja nicht immer nur um Tess gehen). Wir schätzen uns überaus glücklich über den Umstand, dass wir mit Nicole E., Trix B. oder der Familie D. & F. Menschen um uns wissen, die sich auch auf kurzfristigste Anfragen hin liebevoll und mit einem perfekten Mix aus Toleranz und Strenge um unsere Meite kümmern.

Zum täglichen Pflichtprogramm gehört – abgesehen vom mehrmaligen Gassigehen, dem Füttern und dem Renovieren der Wohnung – das Üben der benimmtechnischen Basics. „Sitz“ und „Platz“ und „Warten“ hat Tess schon einigermassen intus. Mit dem Abrufen, dem Ohneleinelaufen und anderen Petitessen haperts zuweilen aber noch ein bisschen.

Um das zu korrigieren, besuchen wir mit ihr jeden Samstag die Hundeschule. Unter der Woche führen wir sie immer wieder auf die Schützenmatte, um das Gelernte zu vertiefen. Auf der grossen Wiese kann Tess das Nützliche gäbig mit dem Angenehmen verbinden: irgendein Artgenosse, dem der Sinn gerade ebenfalls nicht nur nach Trainieren steht, lässt sich immer in eine kollegiale Rauferei verwickeln.

Selbstredend prägt unser längst bestens ins Quartierleben integrierte neue Familienmitglied auch die Ferienplanung entscheidend mit, und überhaupt auch sonst alles: die letzten Bücher, die ich gekauft habe, drehten sich um Labis im Allgemeinen und die Hundeerziehung im Besonderen. Der Speicherplatz in unserer TV-Box ist nicht mehr mit Krimis und romantischen Filmen belegt, sondern mit Serien wie „Der Hundeflüsterer“ und Artverwandtem.

Fuhren oder flogen wir früher aufs Geratewohl und Gefallegut irgendwo hin, müssen wir uns heute lange im Voraus überlegen, wohin die Reise gehen soll, und wie wir unser Ziel auf eine möglichst vierbeinerkompatible Art und Weise erreichen könnten. Tess im Frachtraum eines Flugzeuges zu verstauen, ist für uns vorläufig ebensowenig eine Option, wie ihr endlos lange Zugfahrten zuzumuten. Dazu kommt: auch die artigsten Hunde werden nicht in jeden Hotel geduldet. Theater-, Museum-, Konzert- oder Kinobesuche sind mit tierischer Begleitung in der Regel unmöglich.

Aber: auch wenn das alles vielleicht sehr nach „Müssen“ und Einschränkung und Umstellung und weiss der Gugger noch nach was allem klingt: wir gäben Tess nicht mehr her; unter gar keinen Umständen und für kein Geld der Welt.

Sie treibt uns manchmal fast in den Wahnsinn, sie verwüstet mit bemerkenswerter Konstanz unser Daheim, sie ist hellwach, wenn wir schlafen wollen und döst ostentativ vor sich hin, wenn wir mit ihr etwas unternehmen möchten, sie klaut unseren Vermietern die Äpfel aus der Vorratskiste und verknurrt in aller Herrgottsfrühe den Zeitungsverträger, sie kämpft gegen den Staubsauger, verchaflet alles, was ihr zwischen die Zähne gerät und unterweist sich Abend für Abend ohne Rücksicht auf Verluste in der Kunst des lautlosen Tötens durch Furzen.

Manchmal, wenn ich mit Tess durch die Gegend bummle oder sie selig schnärchelnd zwischen uns liegt, frage ich mich, wie das eigentlich gewesen ist: das Leben ohne Hund.

Es war, natürlich, weniger verplant. Es bot, irgendwie, mehr Freiheiten. Die Zeiten, in denen Chantal und ich mehr oder weniger tun und lassen konnten, was auch immer wir wann auch immer tun und lassen wollten, sind seit dem 4. Oktober 2015 jedenfalls vorbei.

Aber schöner war das Leben deswegen nicht –  ganz im Gegenteil: rundum schön ist es erst an dem Tag geworden, an dem wir Tess gefunden haben.

Oder – wer weiss? – an dem sie uns gefunden hat.

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(Bild: Schatz)

 

Kein Grund zum Feiern

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Wenn ich ein Fasnächtler wäre, würde ich jetzt ganz aus dem Häuschen geraten: das hier ist der 1111. Beitrag in diesem Blog. Eine solche Schnapszahl wäre ein Grund zum Feiern, eigentlich.

Aber weil ich kein Fasnächtler bin und auch mit Schnaps nichts mehr anfangen kann (und will), verzichte ich auf ausufernde Festivitäten und tippe einfach weiter, bis der Zähler 2222 anzeigt.

Wau!

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Christian Häni, der Gründer, Sänger, Gitarrist, Komponist und Kopf der Berner Mundart Hip-Poper Halunke, und seine Frau Anja haben einen überaus herzigen Hund:

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(Bild: ab Anja Hänis Facebook-Seite geklaut)

Vielleicht ist Shaila der Grund dafür, dass sich die Bhaltis, die die Halunke an handverlesene Fans zum Release ihrer neuen CD „Easy“ verschenken (siehe Bild ganz oben), perfekt als Gudi-Büchsli für unsere Meite eignen.

„Easy“ klingt übrigens so

oder in einem Wort: sackstark!

Cooler Typ

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Ich weiss nicht, wer beim Aussichtspunkt unter dem Schloss Burgdorf diesen Schneemann gebaut hat. Mit Blick auf seine schmucke Kopfbedeckung ist klar: es muss ein Schwingerfreund gewesen sein.

Klar ist auch: nur ein paar Meter weiter unten wohnt Francesco M. Rappa, der OK-Vizepräsident des „Eidgenössischen“ 2013 in Burgdorf.

Ich könnte ihn, wenn ich mit dem Hund sowieso gleich auf die erste Bislirunde gehe, spontan aus dem Haus klingeln und mich bei ihm danach erkundigen, ob er der Stadt diesen Schutzeisheiligen auf Zeit spendiert hat.

Das Rätsel um dem Schöpfer des coolen Typen bleibt allerdings wohl für immer ungelöst: Um 4.52 Uhr am Morgen ist es nochli früh für Hausfriedensbrüche. Und später am Tag, sobald die Sonne wieder scheint, steht der Schneeschwinger schon mitten im ersten und letzten Schlussgang seines Lebens.

Nachtrag: Auf die schriftliche Frage des Blogwarts, ob er der Stadt diesen Prachtskerl modelliert habe, antwortet Francesco Rappa, er sei „unschuldig“.